https://mathiasgrassow.bandcamp.com/album/2001-the-hollow
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Mit "The Hollow" begehen der amerikanische Obertonsänger JlM COLE und der deutsche Elektroniker MATHIAS GRASSOW ihre erste Zusammenarbeit, welche hierbei als überaus gehaltvolle Symbiose zweier gestandener Musiker gipfelt. Gab sich gerade MATHIAS GRASSOW auf seinen letzten Werken "Bliss", "The Fragrance Of Eternal Roses" sowie "Mercurius" (feat. Klaus Wiese) überaus transparent und spartanisch, wobei er seinem Status als Meister der Dronesounds mehr als gerecht wurde, so entsteht in dieser Kollaboration ein sehr dichtes und auch teilweise überaus rhythmisches Werk, wobei es den beiden Musikern gelingt, schon von Anfang an eine unvergleichliche Spannung auüubauen und diese das gesamte Album über zu halten.
"Spring Dawn" heißt es zu Beginn und am Ende des Frühlings wartet eigentlich der Sommer auf seine Chance, die aber in diesem Fall nicht gewährt wird, bauen sich doch mit anschließendem "Ululations Through The Hollow" schon herbstliche Stimmungen auf, wobei "The Hollow" auch musikalische Ausmaße annimmt. In "Aspire" bricht die Sonne durch die fast blattlosen Bäume, werden die nebelverhangenen Soundscapes für kurze Zeit aufgewühlt. Mit anschließendem "Vanishing Flame", dem mit 24 Minuten der längsten Track des Albums, kehrt aber die Dunkelheit zurück, eine Dunkelheit, die in diesem Fall etwas anheimelndes und auch beruhigendes besitzt, wie eben auch in Phasen die soeben angebrachene Jahreszeit. Mit Klaus Wiese (singing-bowls) sowie Amen (Didgeridoo) als Gäste gelang JlM COLE & MATHIAS GRASSOW mit "The Hallow" ein stimmungsintensives Album, weiches einen bei uneingeschränkter Konzentration grenzenlos in seinen Bann zieht.

(ca) 10—2001

  last edited: Sun, 09 Jun 2019 19:47:45 +0200  
https://mathiasgrassow.bandcamp.com/album/1999-mercurius

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Es ist mittlerweile ein Ding der Unmöglichkeit, bei den Veröffentlichungen des Drone-Sounds Meisters auf dem Laufenden zu bleiben Mit "Mercurius" und "Bliss", seinen neuesten Werken, die, wie die anderen auch einen gewissen Reifegrad brauchten und in mehreren Jahren entstanden, dürfte MATHIAS GRASSOW mit Sicherheit die magische Zahl von dreißig offiziellen Releases weit überschritten haben. Da der Großteil seiner Alben in limitierten Auflagen erschien, ist es auch schwierig, an den kompletten Backkatalog des in einem Atemzug mit Robert Rich, Steve Roach und Vidna Obmana genannten Künstlers zu kommen. Der "Mercurius" sendet seine Sounds in die unendlichen Weiten des Alls. Hier ist Zeit relativ und die muß man sich bei diesem ausschließlich auf Domes basierendem Werk auch nehmen. Zusammen mit Klaus Wiese (ex-Popol Vuh) an den Tibetanischen Klangschalen, mit welchem MATHIAS GRASSOW Ende der 80er den Meilenstein der rituellen Musik "el Hadra" einspielte, strahlt der "Mercurius" eine stetige Ruhe aus, eine Ruhe, die sich auch auf den Hörer überträgt und welche sich mit dem überaus hektischen Alltag, der die Zeit, in welcher wir leben, prägt, nicht verträgt. Darum sind Werke wie "Mercurius" auch unverzichtbar für das seelische Gleichgewicht.

https://mathiasgrassow.bandcamp.com/album/2001-bliss
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"Bliss" bricht dagegen schon etwas aus diesem Kontext überirdischer Ruhe aus, obwohl auch dieses Werk typisch für GRASSOW ist. Die hier enthaltenen vier Tracks, von denen "Bliss" mit knapp vierzig Minuten den Hauptteil dieses Konzepts beansprucht, sind dezent rhythmisch strukturiert. Die Ruhe wird dahingegen unterbrochen, als wenn man in einen windstillen See kleine Steinchen wirft. Die daraus resultierenden Kreiswellen sowie deren Brechung stellen die einzigen Bewegungen in diesem Universum dar. Diese lmpulse stören keineswegs die hier erzeugte Harmonie und helfen nur den Trance»Charakter dieses Werkes zu verstärken. MATHIAS GRASSOW besitzt mit Sicherheit eine Sonderstellung. Rituelle Musik? New Age? Dark Ambient? Eher sind seine Sounds dazu geeignet, viel noch im verborgenen Liegendes zu entdecken. MATHIAS GRASSOW liefert nicht die Lösung, er ist nur Katalysator. Und wer schon einmal mit diesen Soundscapes auf großer Reise war, weiß, was gemeint ist. So klingt die Unendlichkeit.

(ca) 01—2001

  last edited: Sun, 09 Jun 2019 19:41:17 +0200  
https://mathiasgrassow.bandcamp.com/album/2000-the-fragrance-of-eternal-roses
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Nach dem doch sehr drone-lastigem letzten Album "Dissolution" wirkt "The Fragrance Of Eternal Roses", das neue Werk des Dark-Ambient Meisters MATHIAS GRASSOW wieder etwas befreiter, klarer strukturiert und auch rhythmischer. Entstanden ist das Werk 1989 bis 1998 und reflektiert somit die musikalische Entwicklung von "El Hadra" über "In Search Of Sanity", "Arcanum" bis hin zu "Himavat". Neben doch ungewöhnlichlichen Tracks wie "Twilight Garden" oder "From Behind The Shadows" ist es gerade der über vierzigminütige Titeltrack, welcher vielleicht am ehesten die typischen Grassowschen Stimmungen vermittelt. Das Bedrohliche, welches unterschwellig stets anwesend ist, kommt dennoch nicht zum Vorschein, wird wie von einem Zauber, dem rituellen Charakter, welcher dieser Musik inne- wohnt, gebannt. MATHIAS GRASSOW hat es mit seinem neuen Album wieder geschafft, ein stimmiges Werk zu kreieren, welches sein Ausnahmetalent in diesem Genre bestätigt.

(ca) 072000

  last edited: Sun, 09 Jun 2019 19:39:59 +0200  
https://mathiasgrassow.bandcamp.com/album/1999-himavat
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Schon längst hat sich MATHIAS GRASSOW aus der Scheinheiligkeit des New Age ausgeklingt, obwohl die Musik seiner unzähligen Werke immer noch bei deren Anhängern als Bewusstsein erweiterndes Medium Verwendung findet. Denn seine ätherischen Soundwalle offenbaren Mystik sowie Klänge in ihrer Urform und verbinden gleichzeitig die Schwingungen der Erde sowie des Universums, Seine Musik wehrt sich gegen aufdringlichen Schönklang, sie ist zweckmäßig auf das rituelle Abtauchen in andere Sphären ausgerichtet. Wie schon in seinen hypnotischen Alben "ln Search Of Sanity", "Psychic Dome" oder "Lifecycle" erschafft MATHIAS GRASSOW auf seinem neuen Werk dunkle Ambientlandschaften, erzeugt mit digitalen und analogen Synthesizern, welche in Einklang mit akustischen Rhythmus— und Späreninstrumenten wie Klangschalen, Gongs, Flöten und vielerlei Percussion stehen. Zur Seite steht ihm hierbei das ex-POPOL VUH Mitglied Klaus Wiese an den tibetanischen Klangschalen, mit welchem zusammen er Anfang der 90er mit „El Hadra“ den Meilenstein der Ritualmusik schlechthin schuf. Daß er inzwischen zum industrial-Label Staalplaat wechselte, ist nicht unbedingt mit einer Kursänderung gleichzusetzen. Der Name MATHIAS GRASSOW stand schon immer für hochanspruchsvolle Ritualmusik und das ändert sich auch mit seinem neusten Output „Himavat“ nicht, obwohl die rhythmischen Elemente dieses Mal nur zur behutsamen Ergänzung der bedrohlichatmosphärischen Stimmungsbilder eingesetzt wurden (vgl. „Pathfinder Ill“). Man wähnt sich tief unten, auf den Grund des Ozeans, dort, wo die Bewegungen der Oberfläche einer seltsamen Ruhe gewichen sind. Nur muß man dazu tauchen, tief hinab. Wie auch in diese Musik, deren wahre Wirkung sich nach und nach wohltuend offenbart. Tiefenrausch als Trance.

(ca) 04—1999